SV Volpertshausen - Abteilung Fußball

Die komplette Geschichte des SV Volpertshausen (lang mit allen Infos)

Sehr geehrte Damen und Herren, verehrte Festgäste, Gründer und Vereinsmitglieder

 

Ich möchte Ihnen heute Abend einen Rückblick auf 50 Jahre Vereinsgeschichte SV Volpertshausen geben.

 

Mit Beiträgen von Werner Möglich jr., der insbesondere das letzte Jahrzehnt und die Bildzusammenstellung für diese Chronik erstellte sowie mit ein wenig Gedankengut meinerseits.

 

Johannes Möglich unterstützt mich mit Technik, Ton und Bild.

 

Nehmen wir uns gebührend  Zeit für Chronologie, Geschichten, für Bilder, Nostalgien und Erinnerungen.

 

Die Zeit ist kurzlebig – und doch, 50 Jahre sind, nicht nur nüchtern und statistisch betrachtet, mehr als eine kurze Spanne, vor allem, wenn man die Entwicklung der Welt in sie einblendet. Dennoch, so meine ich, verdient es der Sportverein Volpertshausen an solch einem Tag wie heute, einen Rückblick zu halten; zumal der Sportverein eine feste Größe in unserer Gemeinde und Volpertshausen ohne Vereinsleben und ohne die lebendige Arbeit unserer Vereinsmitglieder wohl nicht vorstellbar ist. Ich persönlich empfinde es als große Auszeichnung, dass ich Ihnen im Jahr des 50-jährigen Bestehens die Chronik des SV Volpertshausen vortragen darf. Viele wohltuende Gedanken zum Sportverein Volpertshausen haben mich in den vergangenen Tagen und Wochen beschäftigt, der zeitlebens eine Herzensangelegenheit von mir war.

 

Sein Wesen ist sinnvolles Tun, das Brücken baut zu Menschen innerhalb unseres Dorfes sowie über seine Grenzen hinaus und geeignet, für alle mehr Lebensqualität zu vermitteln.

 

Es bedeutet mir heute Abend sehr viel, an Menschen zu erinnern, die unseren Verein durch ihre Haltung, durch ihre Lebensleistung, durch ihr Vorbild gestaltet und geprägt haben, aber leider nicht mehr unter uns sind.

 

Stellvertretend für alle Verstorbenen erinnere ich an:

 

Wilhelm Veit,

Gründer und der erste 1. Vorsitzender sowie später Ehrenvorsitzender des SV Volpertshausen. Er führte unseren Verein von der Gründung bis 1965;

 

Friedrich Knorz,

Gründer, der erste 2. Vorsitzender und danach von 1965 bis 1972 1. Vorsitzender. 1978 war er Schirmherr unseres 25-jährigen Jubiläumsfestes;

 

Franz Michl,

ebenfalls Gründer, Jugendleiter, Spielausschussmitglied, von 1972 bis 1974 1. Vorsitzender und letztlich Planer sowie Bauleiter des Sportheims;

 

Werner Möglich sen.,

auch er war Gründer, Spieler, Jugendleiter, Vorstandsmitglied und einer der großen Förderer unseres Vereins;


Willi Schmidt,

der als Gründer die finanziellen Geschicke des Vereins vom 1. Tag an über 25 Jahre bis zum Bau des Sportheims begleitete;

 

Arno Bordihn,

er war zunächst Spieler, wurde 1984 2. Vorsitzender und ab Januar 1990 1. Vorsitzender;

 

Dietmar Freimark,

auch er war Spieler, wurde 1990 Schriftführer und ab 1992 2. Vorsitzender unseres Vereins.

 

Arno Bordihn wurde 34 Jahre, Dietmar Freimark 35 Jahre alt. Beide verstarben während ihrer Amtszeit.

 

Sie alle, meine Damen und Herren, sind von uns gegangen.

 

Nein, sie sind nicht von uns gegangen – sie sind uns ein Stück des Weges voraus. Menschen, die wir mochten, die wir gerne hatten, die unsere Freunde waren.

 

Sie sind nicht mehr dort, wo sie waren - aber überall dort, wo wir sind und ihrer gedenken.

 

50 Jahre SV Volpertshausen,

was war das eigentlich für eine Zeit, in der unser Verein gegründet wurde?

 

1953. Es war die Nachkriegszeit. Den meisten Menschen ging es wirtschaftlich nicht gut. In der Welt stand die politische Neuordnung nach dem 2. Weltkrieg im Vordergrund. Der Fußball war damals für die Menschen stets eine willkommene Abwechslung zum harten Lebensalltag, wo ihnen das starke Gefühl der Hoffnung vermittelt wurde, dass mit einem gesunden Selbstbewusstsein und Selbstbehauptungswillen die Talsohle durchschritten werden kann.

 

Die meisten von uns heute Abend hier im Saal können sich nicht mehr an all die Ereignisse der damaligen Zeit erinnern, viele von Ihnen waren noch nicht einmal geboren.

 

Sir Edmund Hillary und Tensing Norgay erreichten am 29. Mai 1953 den fast 9.000 m hohen Gipfel des Mount Everest, den höchsten Berg der Welt.

 

Um Splitterparteien den Einzug in das westdeutsche Parlament zu erschweren, wurde die 5%-Klausel in das Wahlrecht der BRD eingeführt, die bis heute Gültigkeit hat.

 

Die Bundestagswahl vom 06. September 1953 brachte der CDU/CSU unter Kanzler Konrad Adenauer beinahe die absolute Mehrheit, an der ihr lediglich ein einziges Mandat fehlte.

 

Stalin starb am 02. März 1953, sein Nachfolger wurde Nikita Chruschtschow.

 

Der Koreakrieg wurde durch einen Waffenstillstand beendet, der bis heute andauert.


Die Zeit des kalten Krieges zwischen der USA und der UdSSR begann. Beide Nationen hatten 1953 die Wasserstoffbombe.

 

In der DDR kam es am 17. Juni 1953 zu Streiks, Arbeitsniederlegungen und zu Gewaltaktionen. Der Aufstand wurde mit Staatsmacht und Panzern bekämpft. Bis 1990 wurde diesem Tag als dem „Tag der Deutschen Einheit" in der Bundesrepublik gedacht.

 

Aber auch das war 1953:

 

Die Wirtschaftsdynamik der 50-er Jahre begann, die wöchentliche Arbeitszeit betrug 48 Stunden.

 

Die Firma Leitz in Wetzlar hatte 5.000 Mitarbeiter, die Firma Buderus beschäftigte in Wetzlar und Umgebung sogar 25.000 Menschen.

 

„Der eiserne Gustav “ wurde zum größten Kinoerfolg. Die ersten Messerschmidt Kabinenroller, Gogomobile und Isettas kamen auf die Straßen. Nicht zu vergessen den so genannten Leukoplastbomber von Lloyd oder die Isabella von Borgward.

 

Und - als junge Frau trug man Petticoats.

 

Noch ein Ereignis lag in dieser Zeit, welches das damalige Leben der Menschen und auch besonders unserer Vereinsgründer beeinflusste.

 

Ein verregneter Sonntag im Juli 1954.

 

Für manche das wahre Gründungsdatum der Bundesrepublik Deutschland. Millionen Deutsche hörten an diesem Tag ein Fußballmärchen, das aus den Volksempfängern in Wohnstuben und Gaststätten schallte. Nur ganz wenige hatten die Gelegenheit, Bilder im Fernsehen zu sehen, als um 18:37 Uhr Reporter Herbert Zimmermann brüllte:

 

„ Aus! Aus! Aus – Aus! – Das Spiel ist aus! “

 

Die deutsche Fußballnationalmannschaft hatte soeben gegen die in 32 Spielen hintereinander unbesiegten Ungarn mit 3:2 Toren gewonnen, obwohl der Favorit bereits in der 9. Minute mit 2:0 Toren vorne lag.

 

Unfassbar.

 

Nach dem Spiel hockten die Spieler schweigend in der Kabine des Berner Wankdorfstadions, keiner jubelte oder sagte etwas. Sie konnten nicht glauben, was da geschehen war, dass sie Weltmeister waren.

 

Ein gutes halbes Jahr nach der Gründung unseres Vereins war es das Wunder von Bern.

 

Der sportliche Erfolg befreite Deutschland aus der gesellschaftlichen Isolation innerhalb Europas. Man fühlte sich als Deutscher wieder in die Welt integriert, wie es nach dem Zweiten Weltkrieg wohl zunächst nicht der Fall war.


Unbestritten hatte dieses Fußballspiel in Bern eine mentale Aufbruchstimmung in der Bundesrepublik erzeugt, wie kein Sportereignis je zuvor oder später. Auch unser neu gegründeter Verein wurde von diesem Ereignis mit Sicherheit wesentlich und positiv beeinflusst.

 

Zurück aus der großen Welt in unser beschauliches Dorf. Da es bei uns noch keinen Verein gab, spielten junge Männer aus Volpertshausen seit 1946, also sieben Jahre vor Gründung unseres Vereins, in Niederwetz Fußball. Die damals dort spielenden Aktiven aus Volpertshausen waren 1953 der Grundstein für die erste Mannschaft unseres Vereins.

 

In 1953 bildete sich ein Gründungskomitee mit Wilhelm Veit, Ludwig Peil und dem heute hier anwesenden Heinz Schmidt. Diese drei Idealisten bereiteten eine konstituierende Versammlung für Freitag, den 27. November 1953 vor, also fast genau vor 50 Jahren. Die Einwohnerzahl von Volpertshausen betrug etwas weniger als 500. Im späteren Vereinslokal „ Zur Linde “ trafen sich 38 interessierte Männer aus Volpertshausen und Weidenhausen, um einen neuen Sportverein ins Leben zu rufen. An diesem Abend wurde der erste Vorstand des Vereins in offener Wahl und auf Zuruf einstimmig gewählt.

 

Dem ersten Vorstand gehörten an:

 

1. Vorsitzender:        Wilhelm Veit

 

2. Vorsitzender:        Friedrich Knorz

 

Schriftführer:              Erich Möglich

 

Hauptkassierer:        Willi Schmidt

 

Unterkassierer:         Arthur Schwalbach

 

In den Spielausschuss kamen Ludwig Peil als Obmann, als 1. Beisitzer Franz Michl und als 2. Beisitzer Heinz Schmidt. Franz Michl wurde auch der erste Jugendleiter des Vereins.

 

Nachdem alle Gewählten die Wahl angenommen hatten, war Wilhelm Veit der erste 1. Vorsitzende in der Vereinsgeschichte. Die 38 anwesenden Gründungsmitglieder beschlossen schwarz/weiß als Vereinsfarbe und allen Vereinsmitgliedern zur Pflicht zu machen, dieselbe jederzeit in Achtung und Ehren zu bewahren. Sie alle erklärten ihren Beitritt zu dem neu gegründeten Verein und bestätigten dies durch ihre Unterschrift. Die Sportart sollte Fußball sein, wobei der Jugendarbeit besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden sollte. Bei Interesse für weitere Sportarten sollten hierfür Übungsmöglichkeiten geschaffen werden; so sagt es das Gründungsprotokoll.

 

SV Volpertshausen hieß der soeben gegründete Verein, Sportverein Volpertshausen.

 

Das erste Vereinsvermögen war eine Spende der Gründungsmitglieder am Gründungstag in Höhe von 29,30 DM. Bis zum Jahresende stieg das Vermögen durch weitere Spenden neu hinzukommender Mitglieder auf 70,90 DM an. Der jährliche Beitrag wurde für Erwachsene mit 6,-- DM und für Jugendliche mit 3,60 DM festgelegt.


Um die finanzielle Situation des jungen Vereins zu verbessern, wurde am 21. Februar 1954 ein bunter Abend veranstaltet, der einen Gewinn von 139,53 DM brachte. Am Ende des Jahres 1954 betrug der Kassenbestand 121,68 DM.

Der Verein kaufte die ersten Trikots. Jeder Spieler musste jedoch die Kosten in Höhe von 7,75 DM dem Verein erstatten. Die Hosen kosteten 4,50 DM, Stutzen 2,50 DM. Die Stutzen wurden teilweise von Frauen gestrickt, um Geld einzusparen. Heute unvorstellbar.

 

Primäre Aufgabe des neu gewählten Vorstandes war es, die Aufnahme des Vereins in den einzelnen Sportverbänden herzustellen. Am 17. Februar 1954 stellte man beim Kreisausschuss einen Antrag auf Lizenzerteilung, am 19. März 1954 gab man eine schriftliche Erklärung ab, dass der Sportverein Volpertshausen die Satzung der Sportverbände anerkennt und am 29. April 1954 veröffentlichte der Landessportbund, dass der Sportverein Volpertshausen als Mitglied in allen Fachverbänden aufgenommen wird, deren Sportarten vom Sportverein Volpertshausen ausgeübt werden.

 

Dann war es endlich soweit. Das erste offizielle Spiel bestritt der SV Volpertshausen im April 1954 in Hermannstein. Unsere Mannschaft gewann das Spiel mit 3:2 Toren. Torschützen waren Arthur Schmidt, Karl Henrich und Oswald Hirse.

 

Schon nach kurzer Zeit hatten wir 15 aktive Spieler über 21 Jahre und 19 Jugendliche und Schüler. Zwei Mannschaften wurden für die Verbandsspiele der Runde 1954/55 gemeldet.

 

Die so genannten Heimspiele wurden auf dem Waldsportplatz des SV Niederwetz ausgetragen, gelegen am Ende des Waldes nach Oberwetz. Da die wenigsten ein Auto hatten, konnten Spieler und Zuschauer den Sportplatz nur mit einem Spaziergang durch Wald und Feld, mit dem Fahrrad, Motorrad oder Motorroller erreichen.

 

Die ersten Teilnahmen an Jugendturnieren erfolgten bereits 1954.

 

Interessant zu lesen war der Streit über die Herausgabe eines Passes ohne Freigabevermerk des Spielers Otto Müller, einem Torwart des RSV Büblingshausen. In einem Anforderungsschreiben an den Hessischen Fußball-Verband bat unser Vorsitzender um den Pass und, trotz Nichtfreigabevermerk, von einer Bestrafung des RSV Büblingshausen abzusehen, weil der RSV Büblingshausen der erste Verein war, welcher nach der Neugründung unseres Vereins die gesamten Platzeinnahmen eines Spiels in Höhe von 12,-- DM zur Verfügung stellte und später Freundschaftsspiele mit der 1. und 2. Mannschaft gegen den SV Volpertshausen ohne Gegenleistungsansprüche durchführte.

 

Um einen geeigneten Standort für einen eigenen Sportplatz zu finden, bemühten sich der Vereinsvorstand, der damalige Bürgermeister Karl Watz und der Landrat.

 

Damit der Sportplatz am heutigen Standort gebaut werden konnte, war noch ein Landaustausch mit dem Atzbacher geistlichen Stift vorzunehmen. Vereinbarungen mit privaten Landbesitzern waren zu treffen. Dabei wurden nicht immer sofort Einigungen gefunden, so dass mit dem Sportplatzbau erst 1955 begonnen werden konnte.


Gründer unter Ihnen kennen noch die damals außerhalb von Volpertshausen gelegene Hanglage an der Nordseite unseres Ortes. Es gab dort keine Häuser, geschweige denn ein Neubaugebiet, sondern Gärten und Obstbaumstücke. Gäste und Jüngere können sich das bestimmt leicht vorstellen, wenn sie sich den Anstieg der beiden parallel gelegenen Straßen des heutigen Sportplatzes vor Augen halten. Enorme Erdmengen waren zu bewegen, um für einen Ausgleich der Erdmassen zu sorgen. Aber mit Hilfe der damaligen französischen Besatzungsmacht und deren schweren Bagger und Raupen konnte ein fast ebenes Spielfeld am nördlichen Rand von Volpertshausen geschoben werden. Am Ende der Arbeiten, im Herbst 1955, war jeder zufrieden: Volpertshausen hatte kostenlos einen Sportplatz hergerichtet bekommen und die französischen Pioniere konnten die Kasernenmahlzeiten mit einer guten Volpertshäuser Hausmannskost und Bier vom Fass eintauschen. Ab 1956 konnte auf dem Sportplatz in Volpertshausen gespielt werden.

 

Neben all den Anfangsproblemen hatte der Verein auch andere Rückschläge zu bewältigen. Drei Beinbrüche waren binnen kürzester Zeit  zu beklagen. Zu einer Zeit, in der man soziale Absicherung wie heute nicht kannte, wo es das Wort Lohnfortzahlung nicht gab. Um den Verdienstausfall auszugleichen, gründeten die Vereinsmitglieder am 27. Mai 1957 einen Sozialfond, um finanzielle Hilfen für in Not geratene Vereinsmitglieder geben zu können. Eine wahrlich erwähnenswerte Maßnahme. Der Fond wurde bis in die 80-er Jahre weitergeführt.

 

1958 gab es eine Tischtennisabteilung, die aber nach zwei Jahren wegen mangelnder Platzmöglichkeit für Spiel und Training ihren Spielbetrieb wieder einstellen musste.

 

Schnell wurde festgestellt, dass bei schlechtem Wetter unser Sportplatz nur sehr schwierig oder überhaupt nicht bespielbar war. Eine Drainage musste her. 1959 wurde diese in Eigenleistung der Vereinsmitglieder quer über den Platz installiert.

 

Auch Nichtmitglieder zeigten ihre Verbundenheit und leisteten insgesamt 390 Arbeitsstunden. 2,-- DM erhielten sie pro Arbeitsstunde erstattet. Die Anzahl der aktiven Fußballer stieg weiter an. Zwischenzeitlich hatte der Verein außer 27 Jugendlichen und Schülern 21 aktive Spieler über 21 Jahre.

 

Trotz der Schwierigkeiten in den vergangenen Jahren für Verein und Aktive war die Mannschaft von Beginn an weit über die Erwartungen hinaus erfolgreich und belegte immer vordere Plätze in der damaligen B-Klasse. In der Saison 1958/59 konnte der noch junge Verein erstmals eine Meisterschaft erringen. Man lag am Ende der Saison an erster Stelle, aber dann geschah folgendes: Ein Spiel gegen TSV Niederquembach war während der Runde ausgefallen, weil deren Spieler einen Theaterbesuch bevorzugten. Die uns gutgeschriebenen zwei Punkte aus diesem nicht durchgeführten Spiel wurden durch den Hessischen Fußball-Verband aufgrund von Satzungsbestimmungen wieder aberkannt und wir waren punktgleich mit den Vereinen TV Oberndorf, TuS Brandoberndorf und SV Niederwetz. Als die Entscheidungsspiele bereits terminiert waren, wurde nach einer Berufung unsererseits dieses Spiel nochmals angesetzt. Zum Wiederholungsspiel mussten die Spieler aus Niederquembach extra gebeten werden, noch einmal nach Volpertshausen zu fahren. Sogar Angebote sollen hierfür gemacht worden sein.

 

Wir gewannen dieses entscheidende Spiel deutlich mit 6:0 Toren und stiegen als Meister in die A‑Klasse auf.


Spielgegner waren Vereine wie FSV Braunfels, SC Waldgirmes, FC Werdorf oder der VfB Aßlar, gegen den man das erste Spiel zu Hause mit 1:4 Toren verlor. Schließlich starteten wir mit sechs Niederlagen und 0:12 Punkten, konnten aber am Ende dennoch die Klasse erhalten.

 

1960/61 stiegen wir in die B-Liga ab. Ein Jahr später, 1961/62, gelang als Meister der direkte Wiederaufstieg.

 

Am 22. September 1962 wurde erstmals der Landrat wegen eines Neubaus einer Turnhalle in Volpertshausen angeschrieben. Die Mitglieder boten einen Großteil an Eigenleistungen an. Man verwies auf die jüngsten Erfolge des Vereins mit dem zweimaligen A-Liga Aufstieg. Parallelen zu anderen Vereinen wurden gezogen. Dort bestanden schon sanitäre Anlagen. In Volpertshausen mussten sich die auswärtigen Spieler im Hof des Vereinslokals am Holzbottich waschen, wobei Margot und Werner Möglich im Winter für warmes Wasser sorgten. Halbzeitbesprechungen unserer Mannschaften fanden bei Franz Michl im Keller statt.

 

Werner Möglich sen. geriet in die Schlagzeilen – allerdings positiv. Als Torwart gelang ihm das seltene Kunststück, in einem Spiel gegen den TV Oberndorf mit einem Abschlag aus der Hand direkt ein Tor zu erzielen.

 

40 Jahre später glückte übrigens dasselbe auch unserem Torwart Thomas Valder in einem Spiel gegen die SG Quembach/Kraftsolms.

 

1962/63 mussten wir erneut aus der A-Liga absteigen.

 

Am 01. Februar 1963 wurde eine Satzung zur Vorlage an das Amtsgericht erstellt.

 

Ein Bauausschuss wurde bestimmt, um den Bau einer Turnhalle voranzutreiben. Diskutiert wurde der Bau eines Sportzentrums für die damals noch selbständigen Gemeinden Weidenhausen, Vollnkirchen und Volpertshausen. Am 14. Juli 1964 erging an die Gemeinde Volpertshausen ein offizieller Antrag zum Bau einer Turnhalle.

 

Wie bekannt, ist die Sporthalle erst 30 Jahre später gebaut worden.

 

Im Frühjahr 1964 führte uns die Auslosung im Pokal mit dem damals zwei Klassen höher spielenden SC Waldgirmes zusammen. Das Spiel fand in Volpertshausen statt und wir gewannen. Allerdings legte der SC Waldgirmes Protest ein, weil Spieler krank gewesen seien. Wegen vorgelegter ärztlicher Atteste wurde das Spiel in Waldgirmes wiederholt. Erneut gewann der SV Volpertshausen. Weil aber Ludwig Peil das entscheidende Tor mit der Hand erzielt haben soll, legte der SC Waldgirmes wiederum Berufung ein. Nach einer erneuten Verhandlung fand ein zweites Wiederholungsspiel, jetzt in Volpertshausen, statt.

 

Begleitet von zahlreichen Zuschauerausschreitungen gewann schließlich Waldgirmes. Schon damals: Emotionen pur.

 


Zwischenzeitlich schreiben wir das Jahr 1965. Wilhelm Veit stand als 1. Vorsitzender nicht mehr zur Verfügung und wird Ehrenvorsitzender des SV Volpertshausen. Friedrich Knorz wird sein Nachfolger und fand gebührende Worte bei der Verabschiedung seines Vorgängers. Erwin Schmidt als 2. Vorsitzender, Willi Schmidt als Hauptkassierer und Kurt Olbrich ergänzten den Vorstand.

 

Am 23. Dezember 1965 erfolgte die Eintragung in das Vereinsregister des Amtgerichtes Wetzlar.

 

Der Verein hieß jetzt: SV 1953 Volpertshausen e.V.

 

An der Straße zur heutigen Schönen Aussicht wurde durch die aktiven und passiven Mitglieder erstmals ein Fangnetz errichtet.

 

Die damaligen Trainer Ludwig Peil und Gottfried Ramisch leiteten das Training in den Wintermonaten mangels anderer Möglichkeiten im Saal des Vereinslokals.

 

1965/66 hatte Volpertshausen zwischenzeitlich ca. 520 Einwohner. Der Verein hatte 14 Schüler bis 14 Jahre, 8 Jugendliche von 14 – 18 Jahren, 62 aktive sowie 25 passive Mitglieder, also insgesamt 107 Mitglieder. Zwei Senioren- und eine C‑Jugendmannschaft waren für den Spielbetrieb gemeldet.

 

Am 13. Juni 1965 nahm der SV Volpertshausen zum ersten Mal am Siebenmühlenpokalturnier teil. Bei diesen Veranstaltungen kam es in den Folgejahren, bis 1974, zu spannenden Turnierspielen zwischen den Vereinen SG Oberwetz, TSV Neukirchen, FC Reiskirchen, SG Schwalbach, SV Niederwetz und TSV Laufdorf oder BC Nauborn.

 

Neben den sich immer mehr ausweitenden sportlichen Aktivitäten pflegte der Verein in all den Jahren Kameradschaft und Gemeinsamkeiten.

 

Höhepunkt der damaligen Zeit war vom 07. bis 12. April 1966 eine Reise nach Berlin.

 

Zwei Bundeswehrangehörige durften nicht durch die ehemalige DDR mit dem Bus fahren und mussten ab Hannover fliegen. Bei jeder Grenzstation, ob auf der Hinfahrt oder später bei der Heimfahrt, mussten die Fahrtteilnehmer jeweils 2 ½ bis 3 Stunden warten, obwohl kein Andrang herrschte und die Abfertigungen normal in einer halben Stunde hätten erfolgen können.

 

Nach der Grenzöffnung am 09. November 1989 und der Wiedervereinigung am 03. Oktober 1990 soll noch einmal daran erinnert werden.

 

In Berlin angekommen, blieben bei einer Stadtrundfahrt nachhaltige Eindrücke einer geteilten Stadt, insbesondere am Checkpoint Charly und noch eindrucksvoller nach dem Besuch hinter der Mauer, im Ostteil der Stadt, haften.

 

Alle Fahrtteilnehmer, vor allem die Jugendlichen, waren tief betroffen über das, was sie gesehen hatten. Die Tragik des geteilten Deutschlands wurde jedem deutlich.

 

Sportlich beteiligte sich unsere Jugendmannschaft an einem Turnier – seinerzeit für unsere Jugendlichen ein einmaliges Erlebnis.


Die von dem damaligen Vorsitzenden Friedrich Knorz vorzüglich vorbereitete und organisierte Fahrt war mehr als gelungen, was auch die später vorgeführten öffentlichen Diavorträge dokumentierten.

 

Immer mehr Jugendliche hatten zwischenzeitlich Interesse am Fußballsport. Um erfolgreiche Mannschaften in den einzelnen Altersklassen zu stellen, wurde am 12. Mai 1967 eine Jugendspielgemeinschaft mit dem FC Reiskirchen gegründet. Wenige Jahre später kamen der SV Niederwetz sowie die SG Oberwetz dazu und ab 1976 für einige Jahre der BC Nauborn.

 

Das Sportgelände wurde immer weiter ausgebaut und verbessert, das Fangnetz an der Sportplatzseite zur Schönen Aussicht erweitert.

 

1968 fand ein Pfingstturnier statt, unter anderem mit einer Mannschaft aus Hamburg.

 

Am 17. Juni 1968 konnte erstmals in der Schulsporthalle in Rechtenbach trainiert werden. Die Halle ist dann am 19. Juli 1968 offiziell unter Mitwirkung des SV Volpertshausen eingeweiht worden. Nun hatte man zumindest eine Stunde in der Woche Hallentraining. Vorher fand dieses im Winter in einer Turnhalle der Bundeswehr, im Saal der Vereinsgaststätte oder im alten Dorfgemeinschaftshaus statt.

 

Die Alte-Herren-Mannschaft wurde 1968 von Ludwig Peil gegründet und gefördert.

 

1968 waren zwei Seniorenmannschaften, eine Alte-Herren-Mannschaft und vier Jugendmannschaften in der Spielgemeinschaft mit dem FC Reiskirchen, gemeldet.

 

Mehr als die Hälfte der 132 Vereinsmitglieder spielten aktiv Fußball.

 

In 1972 hatte Volpertshausen ca. 700 Einwohner, der Verein 146 Mitglieder, davon 40 Jugendliche.

 

Friedrich Knorz stellte sich im Januar 1972 nach siebenjähriger Amtszeit als 1. Vorsitzender nicht mehr zur Wahl. Franz Michl wurde sein Nachfolger. Auch alle anderen Vorstandsmitglieder lehnten eine Wiederwahl ab. Schließlich ergänzten Werner Möglich sen. als 2. Vorsitzender, Otto Schmidt als Kassierer und meine Wenigkeit als Schriftführer den Vorstand.

 

Fast zeitgleich, Ende 1971, wurde als weitere Abteilung eine Damengymnastikgruppe gegründet, die bis zum heutigen Tag sehr aktiv am Vereinsleben teilnimmt. Der Wunsch der Damen, dem reinen Fußballklub eine weibliche Riege zur Seite zu stellen, war bei dem in 1972 neu gewählten Vorstand nicht auf taube Ohren gestoßen. Meine erste Aufgabe als neues Vorstandsmitglied war es, die Damen bei den Vorbereitungen zu unterstützen. Zuerst musste eine Gymnastikleiterin gefunden werden.

 

Trotz intensiver Suche hatte ich zunächst leider nicht den gewünschten Erfolg. Auf Grund dessen kam es, dass die erste Gymnastikleiterin - Willi hieß, ein Mann war und in der ersten Seniorenmannschaft Fußball spielte. Willi Valley.

 

Es war viel Improvisation und noch mehr guter Wille gefragt. Bereitwillig traten die Männer von ihrer Trainingszeit in der Sporthalle Rechtenbach der neu gegründeten Gymnastikabteilung eine Stunde wöchentlich ab und machten stattdessen Außentraining.

 

Alle Voraussetzungen für die Gymnastikstunden konnten erfüllt werden. Dem Großmut waren aber auch Grenzen gesetzt. Als eine neue Gymnastikleiterin die Anschaffung eines Klaviers verlangte, wehrte ich dieses ab. Alles hatte ich herangeschafft: Seile, Keulen, Bälle, ja sogar ein kleines Trampolin, aber ein Klavier, das ging doch wohl zu weit.

 

Mit acht Damen fing es vor mehr als 30 Jahren an. Heute zählt die Abteilung fast 100 Mitglieder. Regelmäßig finden Fahrradtouren, Winterwanderungen und Theaterbesuche statt. Zum 25-jährigen Jubiläum der Abteilung ging es für vier Tage nach Paris.

 

Seit vielen Jahren ist die ausgebildete Krankengymnastin Petra Kurtze die Übungsleiterin.

 

Anfang der siebziger Jahre spielte unser Verein mit mehr oder weniger Erfolg. Aber die Kameradschaft wurde weiter gepflegt. Nach der bereits erwähnten Berlin-Fahrt wurden noch Reisen nach Hamburg, Trostberg am Chiemsee und 1972 nach Markdorf am Bodensee unternommen.

 

Ich erinnere mich: Eine Fahrt voller Überraschungen.

 

Eine Fahrt, die auch heute, nach über 30 Jahren, so manche Erinnerung wach ruft.

 

Bereits nach der ersten Nacht mussten wir mit 50 Personen - ich gebe zu - nicht ganz freiwillig, die angemietete Pension in Markdorf verlassen. Einige Teilnehmer saßen froh gelaunt und mit T-Shirt beim Frühstück - eine andere Gruppe junger Männer kam schon mit ihren Koffern. Sie wussten bereits seit den späten Abendstunden, dass am nächsten Morgen Abreisetag war. Der Hotelier wollte uns nicht mehr.

 

Die Busgesellschaft fand dann in einem anderen Hotel für eine Nacht Unterkunft.

 

Die erste Aufregung hatte sich bis Mittag gelegt. Statt Schiffchen fahren auf dem Bodensee, ging es mit dem Bus in die Berge nach Österreich. Manch einer konnte noch nie gesehene Bergmassive bewundern und auf eine Schneeballschlacht mit leichter Sommerkleidung war niemand vorbereitet.

 

Übernachtet haben wir schließlich, bedingt durch einen Schaden am Bus, in Bezau in Österreich. Zu allem Überfluss brach sich ein Fahrteilnehmer den Fuß und blieb zwei Tage im Bus. Hatte er doch zum ersten Mal seit Jahren nicht offene - sondern geschlossene - Schuhe an. Er behielt sie die nächsten zwei Tage bis nach Volpertshausen an den Füßen, weil er ärztliche Hilfe ablehnte.

 

Alle Teilnehmer mussten bei dieser Fahrt für drei Übernachtungen deren vier bezahlen.

 

Vielleicht gibt es seit jenen Tagen das Urlaubsangebot: 4 für 3. Oder 3 für 4. Ich weiß es nicht.


Bezau wurde in den folgenden Jahren Urlaubsort für viele Volpertshäuser.

 

Die Alte-Herren-Mannschaft blieb während all den Jahren ein Aktivposten im Vereinsleben. Sie unternahm Fahrten nach Recklinghausen und Leer in Ostfriesland.

 

1974 stellte sich nach zwei Jahren Amtszeit Franz Michl als 1. Vorsitzender nicht mehr zur Verfügung.

 

Meine Wenigkeit wurde am 11. Januar 1974 in einer turbulenten Generalversammlung zum 1. Vorsitzenden - laut Landessportbund mit 23 Jahren zum damals  jüngsten Vorsitzenden in Hessen - gewählt. Heinz Möglich wurde 2. Vorsitzender. Otto Schmidt blieb Kassierer und Helmut Jahn übernahm das Amt des Schriftführers.

 

Der damalige Kassenbericht liest sich in Kurzform wie folgt: Die Mitgliedsbeiträge betrugen bei einem Mitgliederbestand von ca. 150 insgesamt 2.429,50 DM, Platzeinnahmen 3.366,-- DM, Sonstiges 607,50 DM. Gesamteinnahmen 6.403,-- DM. Ausgaben: Trainer 1.000,--DM, Schirikosten 659,-- DM, Sportkleidung und Mannschaft 3.340,-- DM. Gesamtausgaben 5.260,-- DM. Überschuss 1.143,-- DM.

 

Ganz einfach und ohne PC.

 

Trotz des guten wirtschaftlichen Ergebnisses mangelte es in der Spielzeit 1974/75 an aktiven Spielern. Deshalb gründete man am 17. Juli 1975 eine Spielgemeinschaft mit dem FC Reiskirchen, verbunden mit dem Gedanken, den Fußballsport der kommenden Großgemeinde Hüttenberg auf beide Vereine gemeinsam zu konzentrieren. Wegen fehlender Trainings- und Spielmöglichkeiten sowie fehlender Wasch- und Umkleidekabinen in Volpertshausen wurden die Meisterschaftsspiele der 1. Mannschaft in Reiskirchen ausgetragen. In Volpertshausen fanden die Spiele der 1. B - Mannschaft statt, die in der B-Liga ein Jahr in Konkurrenz mitspielte.

 

Die Altfußballer trafen sich im Spätsommer 1975 auf unserem Sportplatz zu einem Opferspiel zu Gunsten der Florentine.

 

Am 30. Januar 1976 wurde Erwin Stroh zum 1. Vorsitzenden gewählt und meine Wenigkeit zu seinem Stellvertreter bestimmt. Die vorwiegende Aufgabe des neuen Vorstandes war die Schaffung von Umkleidemöglichkeiten am Sportgelände. Zu diesem Zweck fand am 11. November 1976 ein Gespräch bei der Hessischen Sozialministerin in Wiesbaden statt.

 

Durch großzügige Hilfen und Unterstützungen von Gemeinde, Kreis und Land sowie größtenteils durch Eigenleistungen der Mitglieder errichtet, wurde am 21. September 1977 Richtfest eines Sportheims am Sportplatz gefeiert. Hans‑Gerhard Biesgen und Karl Kreiling wurden für ihren Einsatz beim Bau des Sportheims besonders gewürdigt. Rechtzeitig zum 25-jährigen Vereinsbestehen war das Sportheim 1978 bezugsfertig und wird seither von den Vereinsmitgliedern betrieben und unterhalten.

 

Im Januar 1978 wurde Ludwig Peil 2. Vorsitzender. Auch Doris Schicketanz und Marita Dern gehörten als Vertreterinnen der Gymnastik-Abteilung dem erweiterten Vorstand an. Sie sollten dieses Amt 15 Jahre - bis 1993 - ausüben.


Die Alte-Herren-Mannschaft bildet seit 1978 eine Spielgemeinschaft mit dem SV Niederwetz, die bis heute Bestand hat und somit ebenfalls ein Jubiläum feiern darf.

 

Vom 21.-24. Juli 1978 wurde das 25-jährige Jubiläum des Vereins gefeiert. Zuvor wurde der Sportplatz saniert.

 

1980 ergänzte Hartmut Knorz als 2. Vorsitzender den Vorstand. Erwin Stroh, Otto Schmidt, unterstützt von seinem Vater Willi und meine Wenigkeit blieben in ihren Ämtern.

 

Am Ende der Spielzeit 1979/80 wurde die Spielgemeinschaft mit dem FC Reiskirchen aufgelöst, obwohl die Mannschaft erfolgreich spielte. Man verlor schließlich vor über 1.200 Zuschauern in Büblingshausen ein Entscheidungsspiel um den Aufstieg in die A-Klasse gegen den BC Nauborn mit 2:4 Toren.

 

Ab 1980 wurde wieder in Volpertshausen Fußball gespielt und im August 1980 fand erstmalig ein Ortsporttag mit dem legendären Lauf „Rund um Volpertshausen“ statt. Bei einer großen Tombola war ein Spanferkel der 1. Preis.

 

Sportlich war der SV Volpertshausen in der B-Klasse angesiedelt, fabrizierte aber keine aufregenden Schlagzeilen, sieht man einmal davon ab, sich gegen einen in der WNZ veröffentlichen Vorwurf über Wochen erwehren zu müssen. Der SV Volpertshausen habe wegen Aufstellungsproblemen im Schlagerspiel gegen den FC Reiskirchen der Feuerwehr den Sportplatz für Löschübungen zur Verfügung gestellt, um den Platz unbespielbar zu machen. Das Spiel fiel  tatsächlich wegen Unbespielbarkeit des Spielfeldes aus. Aber nicht wegen durchgeführter Löschübungen, sondern wegen ergiebiger Regenfälle.

 

Das Vereinsleben wurde nach wie vor sehr aktiv gestaltet. Vom 28. – 31. Mai 1981 war die A‑Jugend-Mannschaft für vier Tage in Dänemark. Nur drei Wochen später, vom 17. bis 21. Juni 1981, fuhren Vereinsmitglieder nach Zell am See.

 

Ich erinnere mich: Eine fröhliche Fahrt.

 

Bei einem Freundschaftsspiel in St. Veit musste ein Spieler bereits nach drei Minuten Spielzeit wegen Schwierigkeiten beim Laufen sowie Gefahr für sich und Gegner ausgewechselt werden.

 

Um dem durch das Spiel zu erwarteten Flüssigkeitsverlust vorzubeugen, sollten vorher Getränke - wie Jagatee und ähnliches - sorgen, wobei man allerdings die Wirkung nicht richtig berechnet hatte.

 

Ich sehe es jetzt noch vor meinen Augen, als zu Beginn des Spiels von der Mittellinie  Zuschauer winkend begrüßt wurden -  bis man feststellte, dass es Bäume waren, die dort standen.

 

Spieler und Zuschauer von St. Veit bekamen später erklärt, dass fehlende Kontaktlinsen der Grund für den Irrtum waren.

 

Der eine oder andere hatte am Abend auf der Rückfahrt zum Hotel den Verlust seiner Muttersprache zu beklagen.


Zurück in Volpertshausen. Eine Flutlichtanlage wurde erstellt und wiederum die Fangnetze erneuert.

 

Die Jugendmannschaften unserer Spielgemeinschaft mit den Nachbarvereinen errangen immer wieder Meisterschaften oder wurden Kreispokalsieger in verschiedenen Altersklassen. Acht Jugendmannschaften waren zwischenzeitlich zu unterhalten und zu betreuen.

 

Als Sportmoderator Holger Obermann am 25. Oktober 1981 im Fernsehstudio 3 des Hessischen Rundfunks die letzten Anweisungen vor der Sendung „ Sportkalender “ gab, begannen für unsere damaligen C-Jugendlichen 45 spannende Minuten. Auf den Bänken hinter Holger Obermann erlebten sie den Studiobetrieb einer Live-Sendung. Sie sahen wie Nachrichten gemacht und Filmberichte gekürzt werden.

 

1982 erreichte die erste Mannschaft nach Siegen gegen FC Münchholzhausen, SC Niedergirmes und Eintracht Wetzlar das Kreispokalendspiel gegen den drei Klassen höher spielenden SC Waldgirmes. Das Spiel im Wetzlarer Stadion endete mit einer klaren Niederlage. Das Halbfinalspiel gegen Eintracht Wetzlar gewann man zuvor nach einem Elfmeterkrimi.

 

Zum Saisonende 1982/83 konnte der Abstieg aus der B-Klasse lediglich durch ein Entscheidungsspiel in Nauborn gegen den BSC Dutenhofen mit einem deutlichen 4:0 Sieg vermieden werden. Im gleichen Jahr wurde die A-Jugend in der Kreisklasse ungeschlagen Kreismeister und schaffte den Aufstieg in die Bezirksliga.

 

Die 1. Mannschaft spielte bis zur Spielzeit 1984/85 in der B-Liga, danach in der C‑Klasse.

 

Der Gymnastikgruppe gehörten mittlerweile 45 aktive Damen an. Eine weitere Mädchengruppe und eine Kindergymnastikgruppe für 10- bis 15-jährige kamen dazu. Trainiert und geübt wurde im Saal des Vereinslokals oder im alten Dorfgemeinschaftshaus.

 

Zum 30-jährigen Bestehen fand am 18. Juni 1983 ein Alte-Herren-Turnier statt.

 

Am 09. September 1983 wurde wieder einmal ein Antrag an die Gemeinde zum Bau einer Sporthalle gestellt. Es fehlten immer mehr Trainingsmöglichkeiten.

 

Eine Frauenfußballmannschaft wurde am 17. August 1983 gegründet, die aber nach drei Jahren im Sommer 1986 wegen Verletzungen vieler Spielerinnen ihren Spielbetrieb einstellen musste. Höhepunkt des Volpertshäuser Frauenfußballs war eine viertägige Reise im Sommer 1984 nach Oberwürzbach im Saarland. Die Frauen gewannen vor über 1.000 Zuschauern gegen die Gastgeberinnen mit 1:0. Das Spiel war die Attraktion beim „ Tag des Fußballs “ im Rahmen eines Sportfestes.

 

Vier Senioren- und acht Jugendmannschaften waren jetzt gemeldet.

 

Am 18. Dezember 1983 beschloss die Gemeinde Hüttenberg den vorhandenen Sportplatz für 360.000 DM auszubauen. Doch damit nicht genug: Unser Verein bekam auch endlich einen Ausweichplatz oberhalb der Schönen Aussicht, der außerdem als Festplatz genutzt werden konnte. Diese Maßnahme kostete die Gemeinde weitere 88.000 DM, bezuschusst vom Land mit 55.000 DM.


Eine Änderung im Vorstand gab es wieder 1984. Erwin Stroh blieb 1. Vorsitzender, neuer 2. Vorsitzender wurde Arno Bordihn. Ortwin Schneider und Werner Möglich jr. waren für die Kasse verantwortlich. Meine Wenigkeit blieb weiterhin Schriftführer,  unterstützt von Siegbert Schmidt.

 

Neben dem Sportplatz errichteten in 1985 bei 27 Tagesarbeitseinsätzen die Alten Herren einen Grillplatz. Fast gleichzeitig mit dem Baubeginn eines neuen Rasensportplatzes in Volpertshausen am 18. September 1985 fand die Einweihung des Grillplatzes statt. Der neu errichtete Sportplatz wurde am 12. Juli 1986 dem Verein von der Gemeinde übergeben und gegen den Bundesligisten Bayer 04 Leverkusen mit Trainer Erich Ribbeck in einem Freundschaftsspiel eingeweiht. Bayer 04 Leverkusen gewann am 17. Juli 1986 mit 13:0 Toren.

 

Nach drei Jahren C-Klassen Zugehörigkeit gelang im Sommer 1988 nach zwei nervenaufreibenden Entscheidungsspielen der Aufstieg in die B-Klasse. Zunächst gab es einen 2:0 Sieg im vorletzten Meisterschaftsspiel bei dem zweitplatzierten TSV Steindorf. Beide Mannschaften waren danach punktgleich. Deshalb mussten wir noch einmal auf dem VSW Sportplatz am Bleistiftturm in Wetzlar gegen den TSV Steindorf spielen. Vor 500 Zuschauer gewannen wir mit 3:0 Toren. Als Sieger mussten wir anschließend gegen den Zweitplazierten der C-Klasse Nord Taj Türk Wetzlar in Hermannstein antreten und gewannen nach einem 0:2 Rückstand und spannendem Spielverlauf vor über 650 begeisterten Zuschauern mit 5:2 Toren nach Verlängerung. Das 2:2 für unsere Mannschaft fiel erst drei Minuten vor Ende der regulären Spielzeit.

 

1989 gründeten Kira Petry und Monika Kleint das Regenbogenballett. Junge Frauen haben sich regelmäßig getroffen, um Tänze einzustudieren. Aufführungen gab es bei Karnevalveranstaltungen, Ortsporttagen sowie feierlichen Anlässen. Mitte der neunziger Jahre kamen zusätzlich noch Kindertanzen und eine Teeny-Gruppe dazu. Seit 1998 ist Andrea Schmidt Leiterin des Regenbogenballetts. Zum 10-jährigen Bestehen hat das Regenbogenballett 1999 ein Medley seiner bisherigen Tänze gezeigt. Das Regenbogenballett hat durch seine Auftritte im heimischen Raum viel für das Image des Vereins getan.

 

Nach 14 Jahren trat bei der Jahreshauptversammlung im Januar 1990 Erwin Stroh als 1. Vorsitzender zurück und der bisherige 2. Vorsitzende Arno Bordihn wurde sein Nachfolger. Ortwin Schneider und Werner Möglich blieben in ihren Ämtern. Reiner Stroh als 2. Vorsitzender und Dietmar Freimark als Nachfolger von Gottfried Ramisch, der seit 1986 Schriftführer war, ergänzten den neuen Vorstand.

 

Nach dem Tod von Arno Bordihn im August 1991 musste in der Jahreshauptversammlung am 07. Februar 1992 ein neuer 1. Vorsitzender gefunden werden. Zunächst wollte aber kein Mitglied für die Wahl kandidieren. Der Wahlleiter Kurt Olbrich ordnete eine Unterbrechung der Sitzung an. Frank Diehl übernahm das Amt. Nach sechs Monaten erklärte er seinen Rücktritt.

 

In einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am 16. Oktober 1992 wurde Erwin Stroh wieder zum 1. Vorsitzenden gewählt. Dietmar Freimark und Reiner Stroh tauschten ihre bisherigen Funktionen.

 


1992 wurden zwei neue Abteilungen in unseren Verein aufgenommen. Die Taekwondo-Gruppe, die sich allerdings 1994 wieder aus dem Verein ausgliederte, sowie die Aerobic-Gruppe. Diese wurde von Kira Petry gegründet und 1998 von Gaby Schmidt übernommen.

 

Vor zehn Jahren feierten wir unser 40-jähriges Jubiläum. Höhepunkte waren der Abend mit den aus Funk und Fernsehen bekannten Wildecker Herzbuben und ein Fußballspiel der Kreisauswahl Wetzlar zusammen mit einigen Spielern des SV Volpertshausen gegen den deutschen Rekordmeister FC Bayern München. Das Spiel fand am 10. Juni 1993 im Wetzlarer Stadion vor über 4.000 Zuschauern bei tollem Wetter statt und endete mit 6:2 für die Bayern. Dieses war mit Sicherheit der bisherige Höhepunkt unseres Vereinslebens. Es war beeindruckend, welches Engagement die Mitglieder an diesem Tag und in den Wochen davor zeigten, um das Spiel zu organisieren und durchzuführen. Die eingeteilten Helfer fuhren zusammen mit einem Bus nach Wetzlar und erst als das Stadion gereinigt war, ging es wieder gemeinsam zurück nach Volpertshausen, um auf dem Sportgelände miteinander das Ereignis zu feiern.

 

In der Halbzeitpause des Spiels trat das Regenbogenballett auf. Der Auftritt vor einer solchen Zuschauerkulisse wird den Damen unvergessen bleiben.

 

In den Jahren 1996 bis 1998 kam dreimal hintereinander ein weiterer Bundesligaverein nach Volpertshausen. Der VfL Bochum mit seinem Trainer Klaus Toppmöller sowie Manager Klaus Hilpert waren gern gesehene Gäste in Volpertshausen. Viele von uns können sich sicherlich an die Feierlichkeiten erinnern, die im Rahmen der Spiele stattfanden. Unvergesslich eine Grillfeier im August 1996 mit Manager Klaus Hilpert. Sie endete erst am folgenden Dienstagmorgen, als die Sonne schon lange aufgegangen war.

 

Später lud uns der VfL zu zwei Spielen nach Bochum ein, u. a. zu einem Spiel gegen Ajax Amsterdam im UEFA-Cup. Darüber hinaus hat uns der VfL Bochum mit Ausrüstungsgegenständen sowie Sportkleidungen verschiedenster Art unterstützt.

 

Nach großen Diskussionen über den Standort einer Turnhalle in Volpertshausen wurde diese neben unserem Ausweichplatz an der Schönen Aussicht gebaut. Die Einweihung war 1995. Im gleichen Jahr wurde auf dem Ausweichplatz eine Flutlichtanlage installiert. Bis zu diesem Zeitpunkt mussten unsere Fußballer in den Wintermonaten meistens in Reiskirchen trainieren.

 

Die Saison 1994/95 war für den SV Volpertshausen sehr erfolgreich. Der zweite Tabellenplatz in der B-Liga berechtigte zum Aufstieg in die A-Klasse. Die Reservemannschaft wurde Kreispokalsieger der Reserve durch einen Sieg im Endspiel in Cleeberg gegen den TuS Brandoberndorf.

 

In der  A-Klasse spielten wir bis zur Spielzeit 1999/2000. Danach mussten wir wieder in die B-Klasse absteigen. Pünktlich zum 50-jährigen Jubiläum gelang der Mannschaft als Meister der B-Klasse erneut der Aufstieg in die A-Klasse.

 

In 1995 wurde die Satzung grundlegend überarbeitet.


Am 01. November 1996 wurden in der Jahreshauptversammlung Andreas Kreiling und Doris Althen als stellvertretende Vorsitzende gewählt. Erwin Stroh und Ortwin Schneider blieben in ihren Ämtern.

 

Durch den Bau der Sporthalle hat sich das Vereinsleben deutlich verändert. Neue Gruppen, die es bisher nicht gab, sind entstanden und die bereits bestehenden Abteilungen, wie die Gymnastikdamen, haben nun endlich optimale Trainingsmöglichkeiten.

 

Dem Verein gliedern sich Volleyballer an. Maßgebende Triebfeder  war Dieter Rösel, der spätere Trainer. Ab der Saison 1997/98 nahmen die Volleyballer am Spielbetrieb des Hessischen Volleyball-Verbandes mit einer Männer- und einer Mixed-Mannschaft teil. Die ein Jahr später gemeldete Frauenmannschaft stieg in der Spielzeit 1999/2000 in die Kreisliga Lahn/Dill auf. Im Folgejahr gelang auch den Herren der Aufstieg. Die Bestrebungen eine Jugendmannschaft zu gründen waren bisher nicht erfolgreich. Im Moment hat die Abteilung Volleyball ca. 25 aktive Sportler und Sportlerinnen.

 

Ebenfalls wird seit 1995 Eltern- und Kinderturnen angeboten und erfreut sich sehr großer Beliebtheit. Ab 1996 gibt es zusätzlich Kinderturnen für 3- bis 5-jährige, seit 2000 Kinderturnen für 6-7-jährige sowie seit vergangenem Jahr für 8-jährige und ältere. Die Highlights der Gruppen waren der erste Jugendsporttag des SV Volpertshausen im November 1997, die Abnahme des Kinderturnabzeichens 2002 sowie diverse Auftritte beim Ortsporttag und der Kirmes.

 

1995 gibt der SV Volpertshausen erstmalig anlässlich seiner Heimspiele die Vereinszeitschrift SVV-News heraus und seit vergangenem Jahr präsentiert sich unser Verein auch im Internet. Die Homepage unter dem Namen www.svvolpertshausen.de erfreut sich großer Beliebtheit.

 

Seit 1996 ist das jährliche Fußball-Hallenturnier zu einem festen Bestandteil unseres Vereinslebens geworden und bei vielen Mitgliedern und Zuschauern sehr beliebt. In Insiderkreisen auch als „ Hallenkirmes “ bekannt und ein Geheimtipp.

 

Im Frühjahr 2001 haben wir mit dem TuS Vollnkirchen einen Kooperationsvertrag abgeschlossen. Die Mitglieder beider Vereine können dabei an den Gymnastik- und Aerobicstunden des jeweiligen Vereins teilnehmen. So können wir unseren Mitgliedern in der Woche insgesamt 3 ½ Stunden Gymnastik oder Aerobic anbieten.

 

Ein Jahr vor unserem Jubiläumsjahr, im Herbst 2002, gab es wieder Veränderungen im Vorstand. Erwin Stroh kandidierte nach insgesamt 24 Jahren Vorsitz nicht mehr für das Amt des 1. Vorsitzenden und wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Sein Nachfolger wurde Stefan Schmidt. Christoph Kolmer wurde 2. Vorsitzender und Nachfolger von Andreas Kreiling. Thomas Frischholz löste Ortwin Schneider als Schatzmeister ab, der dieses Amt 18 Jahre ausgeübt hat. Lediglich Doris Althen blieb in ihrem Amt.

 


Über all die Jahre dürfen unsere Fußballschiedsrichter nicht vergessen werden. Bereits in den ersten Jahren unseres Bestehens waren die Sportkameraden Erwin Schmidt und Helmut Dern als Schiedsrichter aktiv. In den 80-er und 90-er Jahren haben dann Waldemar Repp, Werner Möglich und Timo Weber Oberliga- und Landesligaspiele geleitet. Diese Sportkameraden haben den Namen unseres Vereins weit über unsere Kreisgrenzen in Hessen und Bayern bekannt gemacht. Hinzu gekommen ist Johannes Möglich, der bereits als 16-jähriger in der Landesliga als Assistent zum Einsatz kam.

 

Ein weiterer wichtiger Bestandteil des Spielbetriebes sind unsere Platzkassierer. Stellvertretend für alle möchte ich Werner Rühl und Dieter Wolff nennen, die schon seit vielen Jahren dieses Amt ausüben und zu den treuesten Zuschauern des SV Volpertshausen zählen.

 

Mitglieder spielen darüber hinaus noch Tischtennis, allerdings sind keine Mannschaften gemeldet, die an offiziellen Meisterschaftsspielen teilnehmen.

 

Anlässlich des bevorstehenden 50-jährigen Jubiläums waren wieder Arbeiten in und um das Sportlerheim erforderlich. Eine neue Drainage ist vor wenigen Wochen in unseren Ausweichplatz gelegt worden. Ältere Mitglieder, vorwiegend rüstige Rentner, unterstützten den Verein tatkräftig.

 

Die diesjährigen Jubiläumsveranstaltungen sind sehr gut verlaufen. Das dreitägige Fest vom 27.- 29. Juni 2003 wird allen in guter Erinnerung bleiben. Der am Samstag durchgeführte Festzug mit anschließendem Zusammentreffen der Vereine im Zelt war ein voller Erfolg. Ebenso der Sonntag, an dem während des Frühschoppens ein Tanzfestival mit vielen Gruppen aus der näheren Umgebung stattfand.

 

Heute, im November 2003, hat Volpertshausen ca. 1.050 Einwohner. Unser Verein hat 516 Mitglieder, davon 170 Jugendliche. Wir haben 238 weibliche und 278 männliche Mitglieder. Unsere beiden ältesten Mitglieder sind 78 Jahre, das jüngste ist zwei Jahre alt.

 

Ich habe versucht, einen Rückblick über 50 Jahre Vereinsleben SV Volpertshausen zu geben, versucht, all seine Aktivitäten anzusprechen. Mit Sicherheit gab es noch mehr erwähnenswertes, weitere verdienstvolle Namen wären zu nennen. Vielleicht war auch das eine oder andere Ihrer Meinung nach nicht nennenswert.

 

Wir, Werner Möglich und ich, konnten bei der Ausarbeitung dieses Vortrages mit Freude feststellen: Es gibt fast kein Mitglied, welches sich nicht mindestens einmal in irgendeiner Weise am aktiven Vereinsleben beteiligt hat.

 

Ohne eine Würdigung jedes einzelnen Mitglieds vornehmen zu wollen, denke ich, dass am Abend eines Rückblickes stellvertretend für viele Vereinsmitglieder besonders erwähnt werden sollen:

 

Ludwig Peil,

als Gründer, Spieler, Trainer, Spielausschuss- und Vorstandsmitglied. Als der sportliche Vater unseres Vereins. 1968 Gründer der Alte-Herren-Mannschaft. Nach seiner aktiven Zeit hat er unseren Verein vorbildlich nach außen repräsentiert, so als Mitbegründer der Altfußballer des Kreises Wetzlar, mit denen er über viele Jahre Opferspiele zu Gunsten der Florentine austrug;


Erwin Stroh,

als Gründer, Spieler, Jugendleiter, Spielausschuss- und Vorstandsmitglied. 24 Jahre leitete er als 1. Vorsitzender die Geschicke des Vereins  und hat maßgeblich am Bau des Sportheims, am Ausbau des Sportgeländes und dem Bau des Ausweichplatzes mitgewirkt. Seit 2002 ist Erwin Stroh Ehrenvorsitzender des SV Volpertshausen; und nicht vergessen möchte ich

 

Gerhard Dern und seine Frau Marita,

ohne deren Einsatz, insbesondere in der Vergangenheit, unser Sportheim nicht das wäre, was es heute ist: Ein gepflegtes Haus, auf das alle Mitglieder stolz sein können.

 

Damit die Sportanlagen und das Sportheim auch heute gepflegt und in einem ordentlichen Zustand sind und bleiben, sorgen seit vielen Jahren vorwiegend Andreas Kreiling sowie weitere Vereinsmitglieder.

 

In einer Vereinsgeschichte sind Höhen und Tiefen zu verzeichnen, dies liegt oft am Wandel der Zeiten und kann vielerlei Gründe haben. Die heute hier anwesenden Gründer haben sich vor 50 Jahren bestimmt nicht vorstellen können, dass ein halbes Jahrhundert nach der Gründung unseres Vereins dieser mehr Mitglieder haben würde, als damals Volpertshausen Einwohner hatte.

 

Darauf können wir stolz sein.

 

Wie vor zehn Jahren, als ich die Chronik zum 40-jährigen Jubiläum vortragen durfte, möchte ich den Rückblick mit ähnlichen Worten wie damals abschließen.

 

Wünschen wir dem Verein im Jubiläumsjahr, dass alle anstehenden und kommenden Aufgaben und Herausforderungen bewältigt werden können,

 

wünschen wir, dass unsere Mitglieder immer für das Wohl und die Weiterentwicklung des Vereins eintreten und

 

wünschen wir, dass unsere Aktiven Erfolge haben und immer so auftreten, wie es Sportlern würdig ist und somit  für den Sport und unseren Verein werben.

 

Ich bedanke mich, auch im Namen von Werner Möglich, für Ihre Aufmerksamkeit.

 


Horst Desch                                                             Werner Möglich



Vor der Gründung des Sportvereins Volpertshausen in 1953 gab es bereits eine sportliche Vorgeschichte.

 

Schon in den 20er Jahren betrieben heimische Jugendliche Sport. Faustball wurde gespielt. Die Platzfrage wurde derart unkompliziert gelöst, dass die Gemeinde damit einverstanden war, in der Dreispitz einen Übungsplatz durch Abholzen von einigen Buchen zu schaffen.

 

Zur Aktivität angehalten wurden die damaligen Sportler durch einen von Hamburg nach Volpertshausen wandernden Handwerksgesellen, der neue Impulse mitbrachte. Aus Mangel an der entsprechenden Mitgliederzahl und auch der Größe Volpertshausens sowie der wirtschaftlichen Entwicklung der 20er und 30er Jahre, kam man über die Anfangsphase nicht hinaus. Die finanziellen Mittel waren für die Jugendlichen der damaligen Zeit sehr beschränkt. Der Schulsport ließ ebenfalls zu wünschen übrig. Mit einem von der Gemeinde angeschaffenen Ball musste man acht Jahre auskommen. Benutzt werden durfte er nur zu feierlichen Anlässen nach vorheriger Genehmigung durch den Lehrer oder Ortsvorsteher. Ansonsten half man sich mit zusammen gebundenen Tüchern und Stoffresten.

 

Die Entwicklung in der 30er Jahren brachte etwas mehr Möglichkeiten zur sportlichen Betätigung, die auch zu dem Versuch führte, dass - nachdem der in Weidenhausen betriebene Handballsport wieder eingestellt war – der Versuch unternommen wurde, 1939 eine Handballmannschaft auf die Beine zu stellen. Hier wurde durch den Beginn des 2. Weltkrieges, man hatte bereits drei Spiele mit Nachbarvereinen absolviert, die Aktivität lahm gelegt.

 

Aber auch während des Krieges wurde der Gedanke zur Gründung eines Sportvereins nicht aufgegeben. Bereits 1946, also ein Jahr nach Kriegsende, spielten dann Aktive aus Volpertshausen in Niederwetz unter dem Namen SV Niederwetz-Volpertshausen.